Paketverlust bei großen Übertragungen: MTU-Konflikte und PMTU Black Holes beheben
Fehleranalyse für einfrierende SSH-Sitzungen, blockierte Dateitransfers und TLS-Timeouts über VXLAN- und WireGuard-Tunnel; systematischer Einsatz von MSS Clamping.

Ein häufig beobachtetes Phänomen im Netzwerkbetrieb: ICMP-Pings zeigen hervorragende Latenzzeiten, doch sobald eine verschlüsselte SSH-Sitzung oder ein Datei-Download gestartet wird, friert die Datenübertragung unvermittelt ein und bricht ab.
Die Ursache liegt meist in einem PMTU Black Hole, bedingt durch Kapselungs-Header in VPN- oder Overlay-Netzen.
Ursache: Path MTU Discovery blockiert
Standard-Ethernet erlaubt 1500 Bytes MTU. Tunnel-Header (wie bei WireGuard, GRE oder VXLAN) beanspruchen zusätzlich 20 bis 80 Bytes. Werden entsprechende ICMP-Rückmeldungen von zwischengeschalteten Firewalls verworfen, erfährt der Sender nichts von der Überschreitung und große Pakete gehen verloren.
Diagnose und nachhaltige Lösung
- Ermittlung der maximalen Paketgröße mittels
pingunter Setzung des DF-Bits (Don't Fragment). - Berücksichtigung der spezifischen Tunnel-Overheads.
- Zentrale Behebung mittels TCP MSS Clamping auf dem Perimeter-Gateway, wodurch die maximale Segmentgröße direkt während des TCP-Handshakes angepasst wird.



