Platz vorhanden, trotzdem meldet Linux No space left on device
Erschöpfte Inodes und gelöschte, noch offene Dateien unter Linux erkennen – ohne blindes Aufräumen oder Neustart aller Dienste.

Kritische Situation: Die Anwendung erstellt keine Dateien mehr. Eine große Protokolldatei wurde gelöscht, doch freier Platz nimmt nicht zu. Oder die Kapazitätsanzeige zeigt Reserve, während No space left on device bleibt. Bestimmen Sie vor weiterem Löschen die tatsächlich erschöpfte Ressource.
Den tatsächlich betroffenen Pfad prüfen
/var ist hier nur ein Beispiel. Ersetzen Sie den Pfad durch das Verzeichnis, in dem die Anwendung tatsächlich scheitert. Diese Befehle dienen der Diagnose unter Linux:
findmnt -T /var
df -h /var
df -i /var
sudo lsof +L1
df -h zeigt Datenblocknutzung, df -i die Inode-Belegung. Erschöpfte Inodes können auf entsprechend begrenzten Dateisystemen neue Dateien verhindern, obwohl Datenkapazität übrig ist. Der Anwendungspfad kann einen anderen Mount verwenden; die Root-Kapazität allein beantwortet die Frage nicht.
Wenn die Inodes erschöpft sind
Begrenzen Sie den Erzeuger vieler kleiner Dateien, etwa einen fehlerhaften Auftrag, der nach jedem Fehlversuch eine neue temporäre Datei anlegt. Bereinigen Sie nur bekannte Verzeichnisse mit geklärter Zuständigkeit und Aufbewahrung. Wiederaufbaubarer Cache ist nicht mit Primärdaten, Arbeitswarteschlangen oder Transaktionsdateien gleichzusetzen.
Verschieben innerhalb desselben Dateisystems gibt üblicherweise keine Inodes frei. Reduzieren Sie tatsächlich unnötige Dateien dort, statt nur Ordnernamen zu ordnen. Solange die Erzeugung weiterläuft, verschafft die Bereinigung lediglich kurz Zeit.
Wenn eine gelöschte Datei noch offen ist
lsof +L1 kann offene Dateien mit weniger als einem Link zeigen. Ordnen Sie einen großen, relevanten Treffer PID und verantwortlichem Dienst zu. Der Prozess kann die gelöschte Datei halten; das Entfernen ihres Namens gibt nicht zwingend sofort alle Blöcke frei.
Ist es die Protokolldatei des Dienstes, prüfen Sie dessen dokumentiertes Wiederöffnen von Logs. Fehlt diese Möglichkeit, kann ein kontrollierter Neustart genau dieses Dienstes bei bekannten Folgen das Handle freigeben. Die Bezeichnung „deleted“ allein rechtfertigt kein Beenden des Prozesses. Reparieren Sie Datenbankdateien nicht durch Eingriffe in /proc oder Leeren von Dateideskriptoren.
Den Abschluss bestätigen
Prüfen Sie Kapazität und Inodes erneut am selben Pfad. Testen Sie eine kleine autorisierte Erstellung und Schreiboperation über die Anwendung und beobachten Sie weiteres Wachstum. Passen die Belege zu keinem Fall, untersuchen Sie Quotas, schreibgeschützte Dateisysteme und Speicherfehler getrennt. ENOSPC ist nicht automatisch ein Logproblem.
Die entscheidende Maßnahme: Vor dem nächsten Löschen feststellen, ob Blöcke knapp, Inodes erschöpft oder gelöschte Dateien noch von Prozessen gehalten werden.


